Chlamydien und PrEP – wie hängt das zusammen?
PrEP hat die HIV-Prävention grundlegend verändert und gibt vielen Menschen Sicherheit im Sexualleben. Was dabei manchmal in den Hintergrund rückt, ist die Tatsache, dass PrEP ausschließlich vor HIV schützt. Gegen bakterielle Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö oder Syphilis wirkt PrEP nicht.
Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen in Deutschland. Da sie meist ohne Beschwerden verlaufen, werden sie oft unbemerkt weitergegeben. Gerade bei PrEP-Anwendern wird Chlamydien in der medizinischen Praxis regelmäßig festgestellt.
Was sind Chlamydien?
Chlamydien sind Bakterien, die durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Sie können sich in verschiedenen Körperregionen ansiedeln, unter anderem in der Harnröhre, im Vaginal- oder Gebärmutterhalsbereich, im Anus oder im Rachen.
Eine Ansteckung erfolgt durch ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Sex. Da viele Infektionen symptomlos bleiben, wissen Betroffene oft nicht, dass sie infiziert sind.

Warum treten Chlamydien bei PrEP-Nutzern häufiger auf?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Viele Menschen verzichten unter PrEP häufiger auf Kondome, da der Schutz vor HIV sehr zuverlässig ist. Gleichzeitig haben manche PrEP-Anwender mehr wechselnde Sexualkontakte, was das Risiko für andere sexuell übertragbare Infektionen erhöht.
Hinzu kommt, dass PrEP keinen Einfluss auf bakterielle Erreger hat. Chlamydien bleiben daher ungehindert übertragbar, besonders weil sie oft keine spürbaren Symptome verursachen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Unabhängig davon, ob PrEP eingenommen wird oder nicht, können Chlamydien unterschiedliche Symptome verursachen. Häufig treten jedoch gar keine Beschwerden auf. Wenn doch, können Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss, Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Sex, Zwischenblutungen oder Beschwerden im Anal- oder Rachenbereich auftreten.
Da diese Symptome unspezifisch sind oder fehlen können, ist ein Test die einzige zuverlässige Möglichkeit, eine Infektion festzustellen.
Wie kannst du dich unter PrEP vor Chlamydien schützen?
Ein wirksamer Schutz besteht aus mehreren Bausteinen. Kondome reduzieren das Risiko deutlich, insbesondere bei Analverkehr. Ebenso wichtig ist regelmäßiges Testen. Für PrEP-Nutzer wird empfohlen, mindestens alle drei Monate einen umfassenden STI-Test durchzuführen. Das entspricht auch den medizinischen Kontrollintervallen bei PrEP.
Dabei ist entscheidend, an den richtigen Stellen zu testen. Je nach Sexualpraktiken sollten neben Urinproben auch Abstriche aus Anus oder Rachen erfolgen. Offene Kommunikation mit Sexualpartnern über Tests und Ergebnisse trägt zusätzlich zur Prävention bei.
Was passiert, wenn du Chlamydien hast und PrEP nimmst?
Eine Chlamydien-Infektion lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Die Einnahme von PrEP muss dafür nicht unterbrochen werden. Wichtig ist, dass auch Sexualpartner getestet und gegebenenfalls behandelt werden und während der Behandlung kein Sex stattfindet.
So wird eine erneute Ansteckung verhindert und die Infektion vollständig ausheilen lassen.

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Du entscheidest jederzeit selbst, ob und wann du ärztlichen Kontakt aufnehmen möchtest.