HPV-Impfung zur Vorbeugung: das solltest du wissen
Das humane Papillomavirus, kurz HPV, zählt zu den am weitesten verbreiteten Viren weltweit. Fast jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens damit in Berührung. In vielen Fällen bleibt eine Infektion unbemerkt, weil der Körper das Virus selbst abbaut. Bestimmte HPV-Typen können jedoch langfristig gesundheitliche Folgen haben, darunter Genitalwarzen und mehrere Krebsarten.
Die HPV-Impfung gilt als eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen, um diese Risiken deutlich zu reduzieren. Durch die Impfung schützt du dich gezielt vor den HPV-Typen, die besonders häufig schwere Erkrankungen verursachen.
Was ist HPV genau?
HPV ist keine einzelne Virusart, sondern eine Gruppe von über hundert verschiedenen Typen. Medizinisch unterscheidet man zwischen Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Typen.
Niedrigrisiko-Typen sind vor allem für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich. Diese sind meist gutartig, können aber als belastend empfunden werden und sind ansteckend.
Hochrisiko-Typen können Zellveränderungen verursachen, die sich über Jahre hinweg zu ernsthaften Erkrankungen entwickeln können, etwa Gebärmutterhalskrebs, Anal-, Penis- oder Rachenkrebs.
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch sexuellen Kontakt. Da HPV häufig keine Symptome verursacht, wird das Virus oft unbemerkt weitergegeben.
Wie wirkt die HPV-Impfung?
Der HPV-Impfstoff enthält kein lebendes Virus. Stattdessen besteht er aus virusähnlichen Partikeln, die das Immunsystem dazu anregen, schützende Antikörper zu bilden.
Kommt der Körper später mit dem echten Virus in Kontakt, erkennt das Immunsystem den Erreger schnell und kann eine Infektion verhindern. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die HPV-Impfung vorbeugend wirkt. Sie schützt vor zukünftigen Infektionen, heilt jedoch keine bereits bestehende HPV-Infektion.

Impfpläne und Dosierung
In Deutschland wird überwiegend der Impfstoff Gardasil 9 verwendet. Er schützt vor neun HPV-Typen, darunter die wichtigsten Hochrisiko-Typen sowie jene, die Genitalwarzen verursachen.
Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren reichen in der Regel zwei Impfungen aus, da das Immunsystem in diesem Alter besonders gut reagiert.
Ab dem 15. Lebensjahr wird meist ein Schema mit drei Impfungen über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten empfohlen, um einen langfristigen Schutz zu gewährleisten.
Wie wirksam ist die HPV-Impfung?
Die Wirksamkeit der HPV-Impfung ist wissenschaftlich sehr gut belegt. Studien zeigen, dass sie einen hohen Schutz vor den HPV-Typen bietet, die für den Großteil der HPV-bedingten Krebserkrankungen verantwortlich sind.
In Ländern mit hoher Impfquote ist die Zahl der Fälle von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen deutlich gesunken. Das zeigt, dass die Impfung nicht nur individuell schützt, sondern auch einen positiven Effekt auf die öffentliche Gesundheit hat.
Für wen ist die HPV-Impfung sinnvoll?
Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Jungen empfohlen, da HPV alle Geschlechter betrifft. Besonders sinnvoll ist die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt.
Auch junge Erwachsene, die als Jugendliche nicht geimpft wurden, können von der Impfung profitieren. Selbst im späteren Erwachsenenalter kann eine Impfung noch Schutz bieten, da man in der Regel nicht mit allen HPV-Typen Kontakt hatte. Eine individuelle Beratung durch den Arzt ist hierbei sinnvoll.
Warum die Impfung auch für Männer wichtig ist
HPV betrifft nicht nur Frauen. Auch Männer können durch HPV an Krebs erkranken, zum Beispiel an Penis-, Anal- oder Rachenkrebs. Zudem können sie das Virus weitergeben, ohne selbst Symptome zu haben.
Die Impfung von Jungen und Männern trägt daher wesentlich dazu bei, die Verbreitung des Virus zu verringern und Partnerinnen und Partner zu schützen.
Sicherheit der HPV-Impfung
Die HPV-Impfung wird seit vielen Jahren weltweit eingesetzt und gilt als sicher. Mögliche Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend, etwa Schmerzen an der Einstichstelle, leichte Müdigkeit oder kurzzeitiges Unwohlsein.
Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Der Nutzen der Impfung, insbesondere der Schutz vor Krebs, überwiegt mögliche Risiken deutlich.