HPV-Test vs. Abstrich: Unterschiede in Ziel, Durchführung und Aussagekraft
Humane Papillomaviren (HPV) sind sehr weit verbreitet. Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens, meist ohne es zu bemerken. In vielen Fällen wird das Virus vom Immunsystem selbstständig beseitigt. Bleibt HPV jedoch länger bestehen, kann es in bestimmten Situationen zu Zellveränderungen und langfristig zu Krebsvorstufen führen. Eine strukturierte Abklärung ist deshalb wichtig.
Zwei Untersuchungen spielen dabei eine zentrale Rolle: der HPV-Test und der zytologische Abstrich. Beide haben unterschiedliche Aufgaben innerhalb der medizinischen Vorsorge und Nachsorge.
Was ist ein HPV-Test?
Ein HPV-Test dient dem Nachweis des Virus selbst. Dabei wird untersucht, ob sogenannte Hochrisiko-HPV-Typen vorhanden sind, die langfristig gesundheitliche Folgen haben können.
Ein HPV-Test kann erfolgen:
- durch eine Probenentnahme bei einer Ärztin oder einem Arzt
- durch eine kontrollierte Selbstentnahme mit anschließender Analyse in einem anerkannten Labor
Das Ergebnis zeigt ausschließlich, ob HPV vorhanden ist. Es gibt noch keine Aussage darüber, ob bereits Zellveränderungen entstanden sind.
Kosten eines HPV-Tests
In Deutschland gibt es unterschiedliche Zugangswege:
- im Rahmen gesetzlicher Vorsorgeuntersuchungen bei bestimmten Altersgruppen
- außerhalb der Vorsorge über eine ärztliche Untersuchung
- über eine laborbasierte Selbstentnahme mit festem Eigenanteil
Die Kosten hängen vom gewählten Weg, der ärztlichen Leistung und der Laboranalyse ab.
Was ist ein zytologischer Abstrich?
Ein zytologischer Abstrich untersucht nicht das Virus selbst, sondern die Zellen des Gebärmutterhalses. Dabei wird geprüft, ob Zellveränderungen vorliegen, die auf Vorstufen von Krebs hinweisen können.
Ein Abstrich:
- wird durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt
- wird immer in einem Labor ausgewertet
- erfolgt häufig ergänzend zu einem HPV-Test
Ist kein Hochrisiko-HPV nachweisbar, sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Kosten eines Abstrichs
- im Rahmen gesetzlicher Vorsorge: abhängig vom Alter und Vorsorgeintervall
- außerhalb der Vorsorge: abhängig von ärztlicher Leistung und Labor
Die Untersuchung erfolgt stets mit medizinischer Nachbetreuung.
Der wichtigste Unterschied zwischen HPV-Test und Abstrich
Der Unterschied liegt in der Fragestellung:
- der HPV-Test zeigt, ob das Virus vorhanden ist
- der Abstrich zeigt, ob das Virus bereits Zellveränderungen verursacht hat
In der heutigen medizinischen Praxis wird häufig zuerst ein HPV-Test durchgeführt. Nur bei einem positiven Ergebnis folgt eine zytologische Untersuchung. Dieses Vorgehen vermeidet unnötige Untersuchungen und ermöglicht eine gezielte Nachsorge.
Zuverlässigkeit beider Untersuchungen
Sowohl HPV-Tests als auch Abstriche werden in anerkannten Laboren ausgewertet und gelten als zuverlässig:
- HPV-Tests über ärztliche Probenentnahme oder laborbasierte Selbstentnahme sind medizinisch gleichwertig
- Selbstentnahme ist zuverlässig, sofern die Analyse professionell erfolgt
- HPV-Schnelltests mit sofortigem Heim-Ergebnis sind unzuverlässig und werden nicht empfohlen
StdCheck24.de betont stets die Bedeutung einer qualifizierten Laboranalyse.