Risikofaktoren für eine HPV-Infektion

HPV ist ein sehr weit verbreitetes Virus, mit dem fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens in Kontakt kommt. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das Risiko einer HPV-Infektion, darunter ungeschützter Sex, mehrere Sexualpartner und ein geschwächtes Immunsystem. Wer diese Risikofaktoren kennt, kann besser einschätzen, wann ein Test oder eine Impfung sinnvoll ist.

Risikofaktoren für eine HPV-Infektion: wer hat ein erhöhtes Risiko?

HPV, das humane Papillomavirus, gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viren weltweit. Die meisten Menschen infizieren sich irgendwann im Leben, oft ohne es zu bemerken. In vielen Fällen beseitigt der Körper das Virus selbstständig. Manchmal bleibt HPV jedoch länger bestehen und kann langfristig gesundheitliche Probleme verursachen.

Nicht alle Menschen sind im gleichen Maß betroffen. Bestimmte Lebensumstände und Verhaltensweisen erhöhen das Risiko einer HPV-Infektion. Nachfolgend findest du die wichtigsten Risikofaktoren übersichtlich erklärt.

Sexuelle Aktivität und Anzahl der Partner

Einer der größten Risikofaktoren ist die Anzahl der Sexualpartner. Je mehr Partner man hat oder hatte, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, mit HPV in Kontakt zu kommen.

Dabei ist wichtig zu wissen:

  • HPV kann bereits beim ersten sexuellen Kontakt übertragen werden
  • eine Penetration ist für eine Ansteckung nicht notwendig
  • ein einzelner Partner mit HPV reicht aus, um das Virus weiterzugeben

HPV ist daher kein Zeichen von „unverantwortlichem“ Sexualverhalten, sondern eine normale Begleiterscheinung sexueller Aktivität.

Alter und Beginn der sexuellen Aktivität

HPV tritt besonders häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren auf. In dieser Lebensphase beginnen viele Menschen mit sexuellen Kontakten, und das Immunsystem kommt erstmals mit dem Virus in Berührung.

Das Risiko verschwindet jedoch nicht mit zunehmendem Alter. Auch später kann eine HPV-Infektion auftreten, zum Beispiel:

  • bei einer neuen Partnerschaft
  • nach einer Trennung oder Scheidung
  • bei wechselnden Sexualkontakten

Ungeschützter Sex

Kondome reduzieren das Risiko einer HPV-Übertragung, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Das Virus kann auch über Hautkontakt außerhalb des vom Kondom bedeckten Bereichs übertragen werden.

Personen, die regelmäßig ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Sex haben, tragen daher ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Geschwächtes Immunsystem

Ein gut funktionierendes Immunsystem kann HPV meist selbstständig bekämpfen. Bei Menschen mit geschwächter Abwehr bleibt das Virus häufiger länger im Körper.

Dies kann unter anderem der Fall sein bei:

  • chronischen Erkrankungen
  • der Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten
  • langanhaltendem Stress oder schweren Erkrankungen

Je länger HPV aktiv bleibt, desto größer ist das Risiko für Zellveränderungen.

Rauchen

Rauchen schwächt das Immunsystem und beeinträchtigt die Regeneration von Zellen. Studien zeigen, dass Raucher häufiger anhaltende HPV-Infektionen entwickeln und ein erhöhtes Risiko für Zellveränderungen haben, insbesondere am Gebärmutterhals.

Ein Rauchstopp kann das Risiko deutlich senken und die natürliche Abwehr des Körpers unterstützen.

Keine oder unvollständige HPV-Impfung

Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten Hochrisiko-Typen, insbesondere HPV 16 und 18, die mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung stehen.

Wer nicht geimpft ist oder die Impfserie nicht vollständig abgeschlossen hat, hat ein höheres Risiko, sich mit diesen Typen zu infizieren. Auch im Erwachsenenalter kann eine Impfung je nach persönlicher Situation sinnvoll sein.

Andere sexuell übertragbare Infektionen oder frühere HPV-Infektion

Das Vorhandensein einer anderen STI oder eine frühere HPV-Infektion weist häufig auf Situationen hin, in denen Übertragungen leichter stattfinden. Zudem schützt eine durchgemachte HPV-Infektion nicht vor anderen HPV-Typen.

Man kann sich daher mehrfach mit HPV infizieren, jeweils mit unterschiedlichen Typen.

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