Syphilis Ausbreitung im Körper

Nach einer Ansteckung kann sich das Syphilis-Bakterium über Lymphbahnen und Blut im gesamten Körper ausbreiten. Beschwerden können verschwinden, obwohl die Infektion weiter besteht. Ohne Behandlung können später mehrere Organe betroffen sein. Durch rechtzeitige Testung und Therapie lässt sich diese Ausbreitung stoppen.

Wie breitet sich Syphilis im Körper aus

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht. Es gelangt über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhäute in den Körper. Dies geschieht bei vaginalem, analem oder oralem Sexualkontakt.

An der Eintrittsstelle entsteht meist nach 2 bis 6 Wochen ein kleines, hartes und häufig schmerzloses Geschwür. Dieses wird als Schanker bezeichnet. Das Geschwür kann von selbst abheilen, doch das Bakterium bleibt im Körper und kann sich weiter ausbreiten.

Von der Eintrittsstelle zu Lymphe und Blut

Nach dem Eindringen breitet sich das Bakterium zunächst über die Lymphbahnen aus. Dadurch können Lymphknoten in der Leiste, am Hals oder in den Achseln anschwellen.

Anschließend kann das Bakterium in die Blutbahn gelangen. Über das Blut kann Syphilis nahezu jedes Organ erreichen. Dieser Prozess kann ohne deutliche Beschwerden verlaufen. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, die Infektion sei verschwunden, obwohl sie sich im Körper weiterentwickelt.

Warum Beschwerden verschwinden können

Syphilis verläuft in mehreren Stadien:

• Zunächst entsteht ein lokales Geschwür
• Danach scheint die Stelle abzuheilen
• Später können allgemeine Symptome auftreten
• Anschließend folgt möglicherweise eine stille, sogenannte latente Phase

Während der latenten Phase bestehen keine sichtbaren Symptome. Ohne Behandlung bleibt die Infektion jedoch bestehen und kann langfristig Schäden verursachen.

Welche Organe betroffen sein können

Da sich Syphilis über das Blut verteilt, können verschiedene Organsysteme betroffen sein.

Haut und Schleimhäute

• Hautausschlag am Rumpf
• Flecken an Handflächen und Fußsohlen
• Feuchte Veränderungen an Schleimhäuten

Diese Veränderungen sind häufig ansteckend.

Lymphknoten

• Geschwollene Lymphknoten in der Leiste
• Geschwollene Lymphknoten am Hals
• Allgemeine Lymphknotenschwellung

Dies entspricht der Ausbreitung über das Lymphsystem.

Nervensystem, Neurosyphilis

Syphilis kann das Nervensystem betreffen. Dies wird als Neurosyphilis bezeichnet.

Mögliche Beschwerden:

• Anhaltende Kopfschmerzen
• Gedächtnisprobleme
• Verschwommenes Sehen
• Ohrgeräusche oder Hörverlust
• Gleichgewichtsstörungen

Neurosyphilis kann sowohl früh als auch spät auftreten.

Augen und Ohren

Eine Beteiligung von Augen oder Ohren kann zu folgenden Symptomen führen:

• Lichtempfindlichkeit
• Doppeltsehen
• Plötzlicher Hörverlust
• Starkes Ohrgeräusch

Bei diesen Beschwerden ist eine rasche ärztliche Abklärung erforderlich.

Herz und Blutgefäße

Bei jahrelang unbehandelter Syphilis können große Blutgefäße entzündet werden. Dank früher Diagnose ist dies heute selten, unterstreicht jedoch die Bedeutung einer rechtzeitigen Testung.

Ansteckungsfähigkeit während der Ausbreitung

Syphilis ist besonders im ersten und zweiten Stadium ansteckend:

• Bei sichtbarem Geschwür
• Bei feuchten Schleimhautveränderungen
• In der frühen latenten Phase

Auch wenn Beschwerden verschwinden, kann eine Übertragung weiterhin möglich sein. Beschränken Sie Sexualkontakte bis Ihr Testergebnis vorliegt.

Schwangerschaft und Ausbreitung

Syphilis kann über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. Deshalb ist eine Testung in der Schwangerschaft besonders wichtig. Eine frühzeitige Behandlung schützt Mutter und Kind.

Wie lässt sich die Ausbreitung stoppen

Die Ausbreitung kann nur durch eine antibiotische Behandlung gestoppt werden. In der Regel ist Penicillin die Therapie der ersten Wahl.

Dafür ist eine gesicherte Diagnose erforderlich. Der Syphilis-Bluttest ist meist ab etwa drei Wochen nach einem Risikokontakt zuverlässig. Wurde sehr früh getestet und das Ergebnis war negativ, sollte der Test nach drei bis vier Wochen wiederholt werden.

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Was tun bei positivem Testergebnis

• Beginnen Sie die Behandlung gemäß ärztlicher Empfehlung
• Verzichten Sie auf Sexualkontakte, bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht
• Informieren Sie aktuelle oder frühere Partner
• Nehmen Sie empfohlene Kontrolluntersuchungen wahr

Mit rechtzeitiger Therapie heilt Syphilis vollständig aus und weitere Ausbreitung im Körper wird verhindert.

Warnsignale ernst nehmen

• Kleines, schmerzloses Geschwür an Genitalien, After oder Mund
• Hautausschlag an Handflächen oder Fußsohlen
• Unerklärliches Fieber oder Müdigkeit
• Geschwollene Lymphknoten
• Veränderungen des Seh- oder Hörvermögens

Treten solche Symptome nach einem Risikokontakt auf, ist eine Testung sinnvoll.

Fazit

Syphilis kann sich über Lymphe und Blut im Körper ausbreiten und verschiedene Organe betreffen. Das klingt ernst, doch mit rechtzeitiger Diagnose und Behandlung lässt sich die Infektion zuverlässig stoppen.

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